Kinderprojekt - Schwelm

 

 

 

 

Kinderarmut auch in Schwelm beachten

Unterwegs für Kinder: Mit dem Motorrad fährt Hennings Geschäftsfreund Peter Erdmann aus Berlin durch die Republik.

Schwelm, 25.03.2008
Schwelm. Arme Kinder, die in Armut aufwachsen - mit diesem Thema hatte Dirk Henning, Geschäftsführer des gleichnamigen Schwelmer Unternehmens mit dem Spezialgebiet Aufzugsteuerung, bisher wenig zu tun. Aber nun ist er aufgerüttelt.

Während der Weltleitmesse dieser Branche im Oktober 2007 machte Geschäftsfreund Peter Erdmann seiner eigenen Erschütterung Luft, bat Henning um Unterstützung und wird auf seiner Benefiz-Tour quer durch Deutschland am Mittwoch, 9. April, auch in die Kreisstadt kommen.

"Kinderarmut habe ich persönlich - wie bestimmt viele andere Mitbürger auch - bisher kaum bewusst wahr genommen", gesteht Henning ein. Nur auf Geschäftsreisen hätte er "am Rande" bemerkt, dass es doch immer mehr junge Menschen gibt, die in Bahnhöfen vor allem von Großstädten auf Betteltour gingen. Also hatte er sich lange - "vielleicht aus Bequemlichkeit" - kaum Gedanken zu diesem Thema gemacht.

Das ist jetzt anders, wo er durch Erdmanns erschütternde Berichte aus dessen Heimatstadt auf dieses gesellschaftlich immer relevanter werdende Problem aufmerksam gemacht worden ist. Jetzt bietet Henning dem Mitwettbewerber nicht nur die Gelegenheit, durch die Verteilung von Flyern in der Fußgängerzone auf die Problematik hinzuweisen, sondern initiiert auch unter tatkräftiger Mitwirkung von Geschäftsführer Philip Molineus eine Gesprächsrunde in Schwelm.

Am 9. April um 18 Uhr ist im Veranstaltungssaal der Sparkassen-Hauptstelle mitten in der Stadt jede(r) Mitbürger(in) sowie Teilnehmer(in) aus Politik und Wirtschaft willkommen, die sich mit der gesellschaftlichen Entwicklung der jungen Generation auseinandersetzen und etwas tun möchten.

Unter dem Titel "Kinderarmut - Hier ist nicht Berlin!?" wird dies dann in der Kreisstadt hinterfragt. Und warum Berlin? Weil Erdmann (Geschäftsführer der AVERDI GmbH Aufzugskomponenten) am 1. April mit seinem Motorrad von dort startet. Und weil dort 1995 "Die Arche" ins Leben gerufen wurde, um Kinder von der Straße zu holen und gegen ihre soziale Benachteiligung zu agieren.

Seitdem bewältigt der Verein zahlreiche Aufgaben nur mit Unterstützung der Bevölkerung, finanziert sich zu fast 100 Prozent aus Spendengeldern, rückt immer wieder die Situation sozialschwacher Kinder in den Vordergrund, sucht Verantwortliche und Partner in der Politik und stellt selber "Experten".

"Das Leitmotiv der Arche ,Prävention statt Reaktion' hat mich auf die Idee gebracht, Menschen an einen Tisch zu holen, die den Lebensweg eines sozial benachteiligten Kindes ein Stück weit begleiten", erklärt Dirk Henning dazu. "Vielleicht lässt sich schon früh, etwa im Kindergarten oder in der Schule, erkennen, welches Kind benachteiligt ist, wo der Weg eines solchen Kindes hinführen kann - zum Beispiel zu einem Fall für die Justiz -, aber wie vielleicht auch schon früh geholfen werden kann."

Wer bei der von einem bekannten Profi moderierten Gesprächsrunde dabei sein wird, entscheidet sich bald.